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WEB-TV verändert das Spielfeld

Das lineare Fernsehen steht vor grossen Herausforderungen und muss dorthin, wo die Nutzer sind. Also ins Netz und auf die mobilen Geräte. Am IAA-Trendbrunch vom 9. Juni 2017 referierten Urs Leuthard, einer der bekanntesten Journalisten der Schweiz und Arno Heinisch, Gründer und Geschäftsführer des erfolgreichen Web-TV-Senders Rocket Beans, über die Zukunft des Fernsehens. Über 100 IAA-Mitglieder und Gäste nahmen in diesem Jahr am IAA-Trendbrunch teil, um von den zwei Grössen im TV-Geschäft zu erfahren, mit welchen Inhalten und Formaten die Nutzer von heute erreicht werden können.

Wie können die etablierten Sender die jungen Zuschauer halten?
Alleine die «Tagesschau» hat am Fernsehen innerhalb der letzten zehn Jahre 30 Prozent an Zuschauern verloren. Bei den unter 50-Jährigen beträgt der Verlust gar 65 Prozent.
Welche Massnahmen ergreift das SRF, um sich den neuen Gewohnheiten anzupassen? Urs Leuthard, der sich seit Jahren mit der digitalen Disruption im TV-News-Geschäft beschäftigt, präsentierte vier verschiedene Ansätze, wie das SRF die Herausforderungen der News-Formate anpackt:
– Die Sendungen werden ins Netz gestellt.
– Kurze Online-Videos, die 30 bis 60 Sekunden lang sind, werden untertitelt und via Facebook geteilt.
– Mit dem neuen News-Format «SRF Newsflash», das nach der Sendung «Sportaktuell» gezeigt wird, werden die News gezielt dort placiert, wo die Fernsehzuschauer sich aufhalten. Dieses Format funktioniert sehr gut und soll weiter ausgebaut werden.
– Ab 2019 wird der neue SRF-Newsroom in Betrieb genommen, um bei der Verbreitung von News agiler zu sein.

Die Fernseh- und Werbebranche ist gefordert, muss umdenken und handeln!
Der Trend der selbstbestimmten Unterhaltung beschäftigt die Medienhäuser, Agenturen und Werbeauftraggeber gleichermassen. Denn mit dem Internet hat das lineare Fernsehen einen Konkurrenten bekommen, der zunehmend anspruchsvolle Zuschauer schafft. Die Menschen entscheiden selbst, wann sie was über welchen Kanal konsumieren wollen und werden dank den Streamingdiensten selber zu Programmplanern.
Arno Heinisch, der Anfang 2015 den ersten deutschen, unabhängigen und Community-getriebenen Sender Rocket Beans TV startete, zeigte am IAA-Trendbrunch anhand von eigenen Beispielen, wie gutes Web-TV funktioniert und welche Revenue-Modelle möglich sind. Der Web-TV-Sender erhielt 2016 die Auszeichnung als Startup des Jahres durch Gründerszende.de, gewann 2017 den Deutschen Fernsehpreis und zählt zwischenzeitlich 90 Mitarbeiter.
«Unsere Währung sind die Watched Hours» erklärte Arno Heinisch dem gespannten Publikum. Pro Tag wird der Sender, der sich über verschiedene Plattformen verbreitet, von 80’000 Zuschauern konsumiert. 1,2 Millionen Watched Hours pro Woche! Rocket Beans TV bietet unterschiedlichste interaktive Show- und Spielformate und das 24/7. Finanziert wird der Sender nicht bloss durch die klassische Vermarktung. Rocket Beans TV hat verschiedene Revenue-Modelle etabliert. Neben Spenden und dem Verkauf von Merchandise-Artikeln, sind auch Branded Content und Content Marketing für den Web-TV-Sender eine ganz wichtige Einnahmequelle.

 

Von: Chantal Landis /15. Juni 2017 /Generalversammlung, IAA Swiss Chapter, Trendbrunch /Kein Kommentar Weiterlesen

IAA@Impact Hub. Get inspired!

Der Bundespräsident Johann Schneider-Ammann war da, die amerikanische Botschafterin Suzi LeVine auch, das Who is Who der Schweizer Wirtschaft sowieso. Höchste Zeit also, dass die IAA ihren Mitgliedern einen Einblick in den Impact Hub Zürich ermöglichte! Die exklusive und ausgebuchte Führung durch den Impact Hub fand am 20. April statt und war ein voller Erfolg.

Der Impact Hub Zürich IHZ versteht sich als unternehmerische Community aus Innovatoren, Startups, Kreativen, Techies und Grossfirmen, die eine kooperative und kollaborative Zukunft über Sektorgrenzen hinweg gestalten.
Echte Innovationen und Lösungen für die grossen 
Herausforderungen der Menschheit entstehen durch radikale Kollaboration, nicht bloss durch Wettbewerb, so die Überzeugung der Gründer. Die über 900 Mitglieder des IHZ haben Zugang zu Arbeitsplätzen an drei Standorten in der Zürcher Innenstadt, zu zahlreichen Events innerhalb der Community sowie zu einem breiten Netzwerk aus Startups, Grossunternehmen, Experten und Meinungsmachern. Der IHZ ist Teil einer weltweiten Impact-Hub-Community mit rund 15’000 Mitgliedern an über 90 Standorten.

Damit die Teilnehmer sich auch eine Vorstellung von den dort präsenten Startups machen konnten, stellten drei Startups ihre Ideen vor. Check them out!
workspace2go.ch
boonea.com
about.swip.world/de

Von: Chantal Landis /27. April 2017 /IAA Swiss Chapter /Kommentare deaktiviert für IAA@Impact Hub. Get inspired! Weiterlesen

Wie wird Content King? IAA-Abendveranstaltung vom 8. März.

VICE hat grosse Ziele!

Content Strategien sind keine Erfindung des digitalen Zeitalters. Inhalte mussten auch vor der Digitalisierung interessant, informativ, unterhaltsam und relevant sein, damit man seine Kunden binden und Leser gewinnen konnte. Content hat aber durch die Digitalisierung sehr stark an Bedeutung gewonnen.

Die sich stetig verändernde Mediennutzung ist die grosse Herausforderung für jedes Medienhaus, für jede Werbeagentur und für jede Marketingabteilung. Wer heute als Unternehmen seine Zielgruppen erreichen will, muss im Internet präsent sein und zwar mit den richtigen Inhalten, auf den richtigen Plattformen, zur richtigen Zeit.
An der IAA-Abendveranstaltung vom 8. März 2017 zeigten Cyrill Treptow von Bluewin, Patrick Viert von Vice und Peter Hogenkamp von Scope an konkreten Prasixbeispielen auf, mit welchen Strategien Marken und Portale von heute erfolgreich sind, welche Stoplersteine gemieden werden sollen und welche Rolle Content-Marketing spielt, um erfolgreich zu sein.

Von: Chantal Landis /09. März 2017 /Abendveranstaltung, IAA Swiss Chapter, Uncategorized /Kommentare deaktiviert für Wie wird Content King? IAA-Abendveranstaltung vom 8. März. Weiterlesen

IoT bietet grosses Potenzial für verschiedene Märkte

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Nach und nach schliessen sich die Lücken zwischen der realen und der digitalen Welt. IoT (Internet of Things) ist keine Zukunftstechnologie, die in vielen Jahren einmal zur Verfügung stehen wird. Ganz im Gegenteil. Bereits seit “Gestern” können wir dank IoT unsere Unternehmen digitalisieren.

Jordan Pellant vom bekannten Britischen Startup SAM Labs referierte am 17. November an der IAA-Abendveranstaltung über das INTERNET DER DINGE. Ein Thema über welches jeder spricht und welches uns alle in Zukunft beruflich, wie auch privat tangieren wird.

Durch das Zusammentreffen von drei wegbereitenden Technologien: dem Internet, der Mikrosystemtechnik und der drahtlosen Kommunikation wird IoT ermöglicht. Immer mehr Geräte werden in Zukunft so ausgestattet sein, dass sie automatisch Daten über das Internet versenden und empfangen. IoT befindet sich an der Schwelle zu einer innovativen Entwicklung mit grossem Potenzial für verschiedene Märkte.

Von: Chantal Landis /22. November 2016 /Abendveranstaltung, IAA Swiss Chapter /Kommentare deaktiviert für IoT bietet grosses Potenzial für verschiedene Märkte Weiterlesen

Mobiliar. Persönlich – auch digital.

Michel Gicot

Am IAA-Luncheon vom 6. Oktober 2016 zum Thema „Innovationskultur in Traditionsunternehmen“ erhielten die IAA-Mitglieder und Gäste Einblicke in die Entwicklungen bei der Mobiliar. Referiert hatte Michel Gicot, Leiter Unternehmensentwicklung beim Berner Versicherer.

Um von der Offline- in die Online-Welt zu kommen, setzt die Mobiliar auf eine Dualstrategie: das Bewährte wird weiterentwickelt und die digitalen Dienstleistungen werden konstant erweitert. Der Versicherer will ein durchgängiges Kundenerlebnis schaffen, wobei die Qualität vom Service online und offline gleich hoch sein muss. Gicot erklärte, wie wichtig die persönliche Beziehung zwischen dem Versicherungsberater und dem Kunden ist, da die eigentlichen Versicherungsprodukte kopierbar seien. Deshalb sei bei der Mobiliar die physische Präsenz der Agenturen auch in Zukunft elementar für die Costumer-Experience.

Das Mutterschiff MS Mobiliar hält den Erfolgskurs, Schnellboote loten neue Chancen aus.

Die Mobiliar hat in den vergangenen Monaten für Firmenübernahmen einige Millionen ausgegeben. Mit ihrem bewährten Geschäftsmodell sind sie zwar immer noch sehr erfolgreich, sie investieren aber bewusst in Firmen, mit denen sie auch in der digitalen Welt Geld verdienen. So kauften sie den Mietkautionsversicherer Swisscaution oder die Firma Trianon, welche eine Software entwickelt, mit welcher Pensionsleistungen berechnet werden können. Weiter hat sich die Mobiliar mit 50% an der Scout-Gruppe beteiligt oder in die Auto-Sharing-Plattform Sharoo investiert.

 

 

Von: Chantal Landis /10. Oktober 2016 /Luncheon /Kommentare deaktiviert für Mobiliar. Persönlich – auch digital. Weiterlesen

Die Schweiz ist das Silicon Valley der Robotik

Am 15. September 2016 begrüsste die International Advertising Association ETH-Professor Roland Siegwart als Referenten. Der IAA-Luncheon fand im Rahmen des Digital Festivals Zürich statt, welches in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt wurde.

Roland Siegwart bot den interessierten Zuhörern spannende Einblicke in die Welt der mobilen Roboter: Bereits heute können diese rollen, schwimmen, laufen oder fliegen. Doch diese Basismechanismen reichen nicht, um die Welt der Menschen zu verstehen. Die Herausforderungen sind gross, denn Roboter brauchen neue Fähigkeiten, um mit Menschen zu interagieren. So sollen Roboter in Zukunft auch sehen, spüren oder fühlen können.

Die Nachfrage nach Robotern, die den Alltag von Menschen erleichtern und sie beispielsweise bei der Haushaltsarbeit entlasten ist gross. Aber der Weg bis zum Ziel noch lange, denn im Gegensatz zu Industrierobotern, müssen diese mobilen Roboter viele weitere Fähigkeiten haben, um alle Arbeiten ausüben zu können. Boston Dynamics hat dazu einige eindrückliche Videos auf Youtube.

Die ETH ist stolz auf ihre Innovationen und verschiedenen Spin-Offs. Eines der Beispiele ist Beachbot: ein Roboter, der im Sand grosse Zeichnungen ausführen kann.

Auch Roboter, die der Wand entlang laufen können, wurden von der ETH entwickelt (den Video finden Sie hier) oder Rollstühle, die Hindernisse wie Treppen überwinden.

Es gibt viele Visionen, wofür Roboter eingesetzt werden können. Aber es braucht noch viel Forschungsarbeit, denn je komplexer die Anforderungen und die Umgebung, desto schwieriger ist es, autonome Roboter zu bauen.

Von: Chantal Landis /20. September 2016 /IAA Swiss Chapter /Kommentare deaktiviert für Die Schweiz ist das Silicon Valley der Robotik Weiterlesen

IAA Young Professionals feiern ihr 20-jähriges Jubiläum

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Am 30. August 2016 feierten die IAA Young Professionals ihr 20. Jubiläum im Bootshaus Zürich. Rund 50 Verbandsmitglieder aus der Online-, Werbe- und Medienbranche waren zu Gast. Hinter der Kulisse des Zürichsees und bei Sonnenschein wurde der offene Austausch über Marketing- und Kommunikationsthemen zelebriert. «Insbesondere jegliche Themen rund um den Umschwung durch die Digitalisierung prägt unsere jetzige Welt am stärksten», wie in der Begrüssungsrede des IAA Young Professionals Vorstandpräsidents Oliver Flueckiger bemerkt.

Von: Daniel Bieri /31. August 2016 /Abendveranstaltung, IAA Young Professionals /Kommentare deaktiviert für IAA Young Professionals feiern ihr 20-jähriges Jubiläum Weiterlesen

Vorstand der IAA Swiss Young Professionals formiert sich neu

Daniel Bieri Sibylle Oetiker, Nathalie Stübi, Oliver Flueckiger

Die mit dem Swiss Chapter der International Advertising Association IAA verbundenen Young Professionals formieren sich auf das neue Geschäftsjahr 2016/17 neu. Oliver Flueckiger (Entrepreneur & Lecturer Universität Zürich) amtet neu als Präsident der Young Professionals und löst damit Raphael Bratschi (Adwebster) ab, der sich entschieden hat, nach über 10 Jahren Vorstandstätigkeit zurückzutreten. Daniel Bieri (Ticketcorner) wird neuer Vice President, als Program Leader konnten Nathalie Stübi (Stailamedia) und Sibylle Oetiker (Media Focus) gewonnen werden.

Sibylle Oetiker (Program Leader)

Die Soziologin, Kommunikationswissenschaftlerin und Dozentin leitet bei Media Focus den Geschäftsbereich Expertise. Mit der Analyse und Interpretation von Kommunikations- und Marktdaten begleitet sie Kunden in marketing- und kommunikationsstrategischen Fragen.

Nathalie Stübi (Program Leader)

Nathalie Stübi ist bei Stailamedia Chief Commercial Officer und Partner. Nach dem Master-Abschluss in Publizistik, Politikwissenschaft und Wirtschaftspsychologie an der Universität Zürich stiess sie zu dem damaligen Startup Serranetga (heute: Equipe) und leitet seit 2010 bei Stailamedia den Bereich Sales.

Daniel Bieri (Vice President)

Daniel Bieri ist Community Manager bei der Ticketcorner AG. Der Digital Native hat einen Abschluss als eidg. dipl. Marketingmanager HF. Zudem ist Daniel Bieri Co-Veranstalter des Swiss Award Corporate Communications, dem einzigen Schweizer Preis für Unternehmenskommunikation.

Oliver Flueckiger (President)

Oliver Flueckiger ist Entrepreneur mit Fokus auf digitale Geschäftsmodelle. Nebenbei doziert er an der Universität Zürich und an Fachhochschulen zu den Themen Entrepreneurship und Innovation Management.

Über die IAA Swiss Young Professionals

Die IAA Swiss Young Professionals sind assoziiert mit dem IAA Swiss Chapter und verfolgen entsprechend das gleiche Ziel, den Gedanken- und Informationsaustausch der Mitglieder rund um relevante und aktuelle Themen aus Wirtschaft, Marketing und Kommunikation zu fördern. Gleichzeitig sind die Young Professionals auch Teil einer internationalen Organisation, welche auf die Nachwuchsführungskräfte in den einzelnen Ländern fokussiert. Der Hauptsitz der IAA befindet sich in New York.

Für weitere Fragen melden Sie sich bitte bei der Geschäftsstelle des IAA Swiss Chapters: E-Mail contact_yp@iaa.ch.

Von: Oliver Flueckiger /22. Juni 2016 /IAA Young Professionals /Kommentare deaktiviert für Vorstand der IAA Swiss Young Professionals formiert sich neu Weiterlesen

WARUM ES DIE ISRAELI BESSER KÖNNEN

Startup-City Tel Aviv

Warum es die Israeli besser können – sechs Erfolgsfaktoren der Tech-Startups in Israel
Ein Beitrag von IAA-Studytour-Teilnehmer Andreas Widmer, CEO Y&R Group Switzerland und IAA-Präsident Schweiz.

Vor ein paar Wochen besuchte das IAA Swiss Chapter die Internet Startup Szene in Israel.
Während den vier intensiven und äusserst inspirierenden Tagen in Tel Aviv und Jerusalem besuchten wir rund 20 Startups, Inkubatoren, Venture Capitalists und Co-Working Spaces.
Obwohl ich während den letzten Jahren schon einige Startup-Touren mitorganisiert und dutzende von Startups in den verschiedensten Städten dieser Welt besucht habe, hat mich die Qualität und die Dynamik der israelischen Startup-Szene tief beeindruckt. Was wir in Tel Aviv und Jerusalem gesehen haben, war überzeugender und bot einiges mehr an Substanz – auch im Vergleich zu den Unternehmen, die ich im Silicon Valley besucht habe.
Zurück in der Schweiz habe ich mich natürlich gefragt, weshalb wir bei uns nicht auch so eine grosse und professionelle Startup-Szene haben. Obwohl Israel flächenmässig nur halb so gross ist wie die Schweiz, ist die Bevölkerungszahl in etwa gleich gross. Im Vergleich zur Schweiz zählt Israel in Sachen Technologie-Startups aber zur Weltspitze: Aktuell zählt man etwa 6’000 Startups, in die im vergangenen Jahr gemäss geek.com rund 3,5 Milliarden Dollar investiert wurden. Israel hat schon einige „Unicorns“, also Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar, hervorgebracht. Und viele weitere Unternehmen wie zum Beispiel Fiverr.com oder moovit haben durchaus das Potential, diese magische Grenze zu durchbrechen.
Was unterscheidet die Schweizer Startups also von den Unternehmensgründern in Israel? Was macht sie so erfolgreich?
Aus meiner Sicht sind es folgende sechs Erfolgsfaktoren, welche die Israelische Startup-Kultur von unserer unterscheiden:

1. THINK GLOBAL – starker globaler Fokus
Die Israelis denken und handeln global. Keines der besuchten Startup fokussiert auf den lokalen Markt, sondern nutzt Israel nur als effiziente Startplattform, um den Weltmarkt zu erobern. Viele der israelischen Unternehmen zielen in einer ersten Phase auf die USA. Sie nutzen ihr lokales Netzwerk um sich zu finanzieren und zu rekrutieren. Israel profitiert von einer starken Zuwanderung von Fachkräften aus der ganzen Welt, was die internationale Orientierung zusätzlich fördert und den Mangel an guten Arbeitskräften reduziert. Schweizer Jungunternehmer fokussieren hingegen oft nur auf unseren Heimmarkt – und da sogar oft nur auf den deutschsprachigen Teil. Die Markterweiterung in die französische und italienische Schweiz bezeichnen dann viele bereits schon als Expansion.

2. TAKE RISKS, BIG RISKS – als Startup und wie auch als Investor
Die Israelis haben eine aussergewöhnlich hohe Risikobereitschaft. Das gilt sowohl für die Startups, als auch für die Investoren-Community. Beiden Parteien sind sich wohl bewusst, dass nur diejenigen Grosses erreichen werden, die auch bereit sind, Risiken einzugehen. Die Gründer in Israel wollen Grosses erreichen. Wer dabei scheitert, wird nicht gleich als Verlierer gebrandmarkt. Frei nach dem Motto „fail but fail fast“ wird unternehmerischer Misserfolg wie im Silicon Valley als gewinnbringende Erfahrung abgebucht. In der Schweiz ist dieses Gedankengut doch eher weniger verbreitet. Wer hier einen unternehmerischen Misserfolg einfährt, ist für die Gesellschaft endgültig als Verlierer abgestempelt. Das ist eigentlich erstaunlich, schauen wir doch auf eine lange Geschichte von erfolgreichen Unternehmern zurück, die auch immer wieder Misserfolge überwunden mussten – und das auch erfolgreich taten.
Warum sind die Israelis also bereit, ausserordentlich grosse Risiken auf sich zu nehmen? Ich denke, es hängt stark mit der äusserst schwierigen politischen Lage des Landes zusammen. Israel ist de facto eine Insel. Das Land ist umgeben von Feinden, ständig konfrontiert mit militärischen Auseinandersetzungen. Wer in Israel in den Militärdienst einberufen wird weiss, dass eine reale Chance besteht, dass er oder sie nicht lebend zurückkommen wird. Wer in Israel lebt, ist sich dem konstanten Risiko bewusst und hat gelernt, damit umzugehen. In der Schweiz muss sich in dieser Beziehung wohl niemand ernsthafte Gedanken machen, wenn er (und natürlich auch sie) die Rekrutenschule antritt.

3. JUST DO IT lange Planungsphasen ist was für die anderen
Haben die israelischen Jungunternehmer eine Idee mit disruptivem Potential, wird nicht lange geplant. Es wird umgesetzt. Während wir in der Schweiz die dritte Version des Businessplans Korrekturlesen, hat das israelische Startup bereits eine Betaversion ihres Produktes fertiggestellt und über externe Investoren Fremdkapital akquiriert. Wer jetzt meint, dass sie sich einfach blindlings in ein Abenteuer stürzen, liegt falsch. Vielmehr haben es diese Startups verstanden, dass man möglichst schnell mit der Umsetzung beginnen muss, um Markt- und Kundenerfahrung zu sammeln. Nur so kann ein Unternehmen wirklich verstehen, was der Markt und die potenziellen Kunden wollen. Geschwindigkeit ist also ein wichtiger Erfolgsfaktor, vor allem dann, wenn der Markt, auf den die Produkte oder Dienstleistungen abzielen, in dieser Form und Ausprägung noch gar nicht existiert. Erfolg hat man nur dann, wenn man agil vorgeht und sich schnell den wirklichen Markbedürfnissen anpasst. Wer starr an seinen Plänen festhält stirbt, bevor er überhaupt richtig gestartet ist.
Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür lieferte uns Dror Sharon, CEO des erfolgreichen Startups Consumers Physics. Dror erzählte uns, dass er und ein Schulfreund auf einem Spaziergang gemeinsam den Entschluss fassten ein Startup zu gründen, nachdem ihm dieser seine Idee erzählt hatte, einen Spektrometer so zu verkleinern, dass dieser auch in einem Smartphone Platz haben würde. Es ist vielleicht wichtig zu erwähnen, dass professionelle Spektrometer zu dieser Zeit rund 150’000 Dollar kosteten und etwa so gross wie ein Esstisch waren. Die Vision von Dror und seinem Schulfreund scheint aufzugehen: Das Unternehmen wird im nächsten Jahr einen Spektrometer-Sensor für Mobilgeräte auf den Markt bringen. Und zwar zu einem Preis von unter 10 Dollar.

4. BE CONNECTED – Zusammenarbeit erhöht die Chance auf Erfolg
In der Schweiz arbeitet man gerne für sich alleine im stillen Kämmerlein und schliesst − zur Sicherheit − auch gerne noch die Türe hinter sich zu. Kontakte zu Mitbewerbern werden, falls überhaupt, nur sporadisch gepflegt. Austausch findet nur sehr oberflächlich statt. Und über andere und deren Ideen positiv zu sprechen, ist bei uns schon fast verpönt. Nicht so in Israel. Hier scheint es, dass jeder jeden kennt und sich alle respektieren und schätzen. Das Netzwerk wird intensiv genutzt auch gerne anderen zu Verfügung gestellt. Angebote wie “you should meet Aron, he has a very interesting startup and is doing very well. Just let me know if I can connect you.“ waren während unserer Tour keine Seltenheit.

5. BE PROUD – Man ist stolz, ein Israeli zu sein
In Israel ist man stolz auf sein Land, stolz auf erfolgreiche Unternehmer, die es bereits geschafft haben, und stolz darauf, dass man global als eine der wichtigsten Startup-Nationen wahrgenommen wird. Die Gründer und Gründerinnen sind bereit, einen aktiven Beitrag zu leisten, und arbeiten nicht nur für sich selbst, sondern auch für Israel und dessen erfolgreiche Zukunft. Und wenn sie es geschafft haben, sind sie auch bereit, etwas vom Erfolg zurückgeben.
Ein schönes Beispiel für diesen Stolz sieht man am Flughafen in Tel Aviv. Dort schreiten alle Fluggäste durch einen langen Gang mit Porträts von israelischen Erfindern und Pionieren. Auch diese Begegnung trägt dazu bei, das man als Besucher das Selbstbewusstsein Israels als starke Startup-Marke in die Welt hinausträgt. Diese selbstbewusste Haltung würde uns Schweizern sicher ab und an auch gut tun.

6. LEARN FROM THE BEST – die praktische Ausbildung ist entscheidend
Viele Israeli mussten Militärdienst leisten. Spricht man mit den Tech-Gründern fällt auf, dass viele von ihnen in der gleichen Einheit gedient haben: der Unit 8200. Diese legendäre Einheit ist für die elektronische Aufklärung (Signals-Intelligence-Informations) zuständig, welche gerüchteweise nicht nur zu defensiven Zwecken eingesetzt wird. Dass hier viele Ingenieure die wichtigsten Lernphasen ihrer Ausbildung absolvierten, bestätigte uns auch ein Chief Technology Officer, den wir auf unserem Trip kennen gelernt haben. Für ihn sei die Dienstzeit die wichtigste Lernphase in seiner Karriere gewesen, konnte er doch schon als 18-jähriger während vier Jahren mit den neusten Technologien experimentieren und grosse Erfahrungen sammeln. Nur dank dem Militär verfügte er bereits als junger Offizier über ein Budget von jährlich 20 Millionen Dollar, mit welchem er Hard- und Software mehr oder weniger nach Gutdünken beschaffen und einsetzen konnte.

Natürlich sind wir in der Schweiz froh darüber, dass wir als Nation nicht in einer solch schwierigen politischen Situation stecken. Zudem haben wir mit unseren Hochschulen, den Universitäten und Fachhochschulen Zugriff auf ein ausgezeichnetes Bildungsangebot. Im Vergleich zur Ausbildung in Israel ist unser System jedoch enorm theoretisch. Wer in der Schweiz eine praxisnahe Ausbildung machen möchte, findet diese meist erst on-the-job. Der praxisbezogene Hightech-Fokus und die damit verbunden Investments der Armee leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Innovationsfähigkeit Israels.

Die Reise nach Israel hat mich tief beeindruckt. Ich bin überzeugt, dass alle Teilnehmenden unserer Reise viele positive Impulse in unsere hiesige Internet Startup- und Investoren-Szene einfliessen lassen werden. Die Erfolgschancen für die Schweizer Startups sind aus meiner Sicht nach wie vor in Takt, denn wie überall im Leben ist auch hier die Einstellung matchentscheidend. Schliesslich – und das zeigt das Beispiel Israel deutlich – gibt es keinen Grund, weshalb auch Start-ups in kleinen Ländern mit der richtigen Attitude Grosses erreichen können.
Und noch ein guter Tipp zum Schluss: Wer sich das nächste Mal überlegt, eine „Zoo-Tour“ ins Silicon Valley zu machen, sollte vielleicht doch eher in den Flieger nach Israel steigen. Denn dort kann man sich wirklich aus vollem Herzen von authentischem Unternehmertum inspirieren lassen, ohne dass man wie im Silicon Valley von einer massiven Marketingmaschinerie geblendet wird.

PS: Wer jetzt Lust bekommen hat, bei der nächsten IAA-Reise mit dabei zu sein, kann sich gerne bei mir melden. Oder Sie können sich bei unserer Geschäftsstelle informieren.

Impressionen der IAA-Studytour 2016

Von: Chantal Landis /21. Juni 2016 /IAA Study Tour /Kommentare deaktiviert für WARUM ES DIE ISRAELI BESSER KÖNNEN Weiterlesen

UNSERE WAHRNEHMUNG IST DAS FUNDAMENT VON ALLEM

Key-Speaker Dr. Beau Lotto am IAA-Trendbrunch 2016

Am ausgebuchten Trendbrunch der International Advertising Association vom 15. Juni 2016 wurde der international bekannte Referent Dr. Beau Lotto mit grosser Spannung erwartet. Der Professor für Neurowissenschaft und Spezialist für die Biologie und Psychologie der Wahrnehmung referierte am IAA-Trendbrunch zum Thema „Challenges for Creativity“ und teilte die Erkenntnisse seiner Forschungsarbeiten mit dem Publikum. Der renommierte Neurowissenschaftler gab den IAA-Mitgliedern und Gästen Antworten auf die Frage, woraus Innovation besteht.

Innovation = Effizienz + Kreativität
Die Gleichung scheint simpel. Doch wieso glauben viele, dass Kreativität ein mysteriöser, chaotischer und eher zufälliger Prozess ist, der nur «Künstlernaturen» zugänglich ist?
Weil Kreativität Fragen statt Antworten, Zusammenarbeit statt Wettbewerb und Schmutz statt Sterilität erfordert!
Jedoch konzentriert sich unsere Gesellschaft typischerweise nur auf die andere Hälfte der Gleichung – die Effizienz. Diese Strategie mag in einem unveränderlichen Umfeld auch gut funktionieren, doch unsere Welt befindet sich in einem ständigen Wandel, und so müssen auch wir uns verändern.

Optische Täuschungen zeigen, wie wir sehen.
Unsere persönliche Wahrnehmung ist das Fundament von allem und unser Gehirn wird von unseren vergangenen Erfahrungen beeinflusst. Dr. Beau Lotto zeigte an diversen Beispielen von optischen Täuschungen auf, dass Kreativität nichts mit «kreativ sein» zu tun hat. Kreativität ist nur von aussen betrachtet kreativ. Tatsächlich handelt es sich um einen voll entwickelten, angeborenen neurologischen Prozess, der jedem Menschen offensteht. Mit Hilfe von neurowissenschaftlichen Methoden zur Untersuchung der Wahrnehmung wurde den Teilnehmern das ökologische System der Innovation näher gebracht. Dieses System ermöglicht es uns, nicht einfach nur kreativ oder effizient zu sein, sondern über die reinen Daten zu ihrer Interpretation zu gelangen. Mit seinen Forschungsarbeiten belegte Dr. Beau Lotto am IAA-Trendbrunch, dass die grössten Innovationen «an der Grenze zum Chaos» entstehen.

Nehmen Sie sich Zeit, um den TED-Talk von Dr. Beau Lotto zu sehen. Es lohnt sich! Seine Talks, die sich immer an der Schnittstelle zwischen den Neurowissenschaften, Design und Kunst bewegen, haben bereits mehr als 5 Millionen Onlinezuschauer angezogen.

Bildergalerie IAA-Trendbrunch

 

Von: Chantal Landis /21. Juni 2016 /Generalversammlung, IAA Swiss Chapter, Trendbrunch /Kommentare deaktiviert für UNSERE WAHRNEHMUNG IST DAS FUNDAMENT VON ALLEM Weiterlesen

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